Die deutsche Einheit der Strompreise

Das Buch „Stromwirtschaft und deutsche Einheit“ von Felix Christian Matthes kann getrost in den Bereich der Sachbücher eingeordnet werden. Es handelt sich hierbei um eine sehr ausführliche Fallstudie, die mehr als 644 Seiten umfasst. Das Buch ist für Studenten ebenso geeignet, wie für alle Personen, die sich mit den Veränderungen am Strommarkt, vorwiegend in den neuen Bundesländern, befassen wollen.

Wie sich der Strommarkt entwickelte

Unter anderem wird im Buch darauf eingegangen, welche Veränderungen der Strommarkt in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung Deutschlands durchmachte. Dabei wird klar, dass es zu DDR-Zeiten nicht nötig war, einen Stromvergleich durchzuführen, schließlich gab es nur wenige Anbieter und diese waren alle in staatlicher Hand. Preisvorgaben und Planwirtschaft waren zur damaligen Zeit an der Tagesordnung.

Die Entwicklung nach der Wende zeigte jedoch, dass viele der einst staatlich geführten Stromanbieter so nicht überleben konnten. Sie mussten sich mit den Veränderungen des Marktes auseinandersetzen, sich neu ausrichten oder vom Markt verschwinden.

Strompreis: keine Vorgaben mehr

Ebenfalls befasst sich das Buch mit den Entwicklungen, die einen größeren Wettbewerb am Strommarkt ermöglichen sollten. Der Strompreis wurde nicht mehr vom Staat vorgegeben, sondern konnte von den Anbietern kalkuliert werden. Der Stromvergleich gewann zunehmend an Bedeutung.

Heute sind die Unterschiede bei den Strompreisen, je nach Anbieter, so hoch, dass erst der Stromvergleich, der auch online durchgeführt werden kann, Aufschluss darüber gibt, wie hoch das Einsparpotenzial für den Einzelnen ist. Dabei wird schnell deutlich, dass einige Hundert Euro im Jahr alleine durch den Wechsel des Stromanbieters eingespart werden können. Das sind Veränderungen, die vor 20 Jahren so noch niemand erwartet hätte und gerade für die Bürger der neuen Bundesländer ist es noch immer schwierig, sich durch diese Tarifvielfalt zu hangeln. Schließlich kennen sie ein Leben, in dem nahezu alles vom Staat vorgegeben war, eigene Entscheidungen und Vergleiche waren unerwünscht.

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